Weight Watchers: Punktesystem mit Erfolg?

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Beitrag des Users bigck

Weight Watchers kennt fast jeder vom Namen her. Es ist eines der größten und umsatzstärksten Diät-Netzwerke der Welt. Doch es gibt kaum unabhängige Studien über die Effektivität des Programms mit dem Punkte-Ernährungssystems. Wie gut ist Weight Watchers und welche der Versprechungen werden wirklich gehalten?

So funktioniert es

Vorgehensweise ist, dass jeder Abnehmende anhand seiner Körperdaten sein individuelles Punktekonto errechnet, welches er für Essen täglich “ausgeben” darf. Zum Beispiel: Ein 38-jähriger Mann, der 1,89 Meter groß ist, Beruf = sitzende Tätigkeit, hat etwa 30 Punkte zur Verfügung. Außerdem hat man noch einen wöchentlichen Punktwert, den man frei aufteilen kann. Durch Sport oder andere Aktivitäten kann man sich Punkte hinzuverdienen. Mittels dieses Punkte-Systems soll man dauerhaft das erreichte Wunschgewicht halten können.

In Variation zu täglich Punkte zählen, kann man auch Sattmacher-Tage machen. An diesen darf man bestimmte Lebensmittel nach Belieben essen, die von Weight Watchers als “Sattmacher” definiert werden. Das ist manchmal als Abwechslung sehr angenehm.

Im Gegensatz zu vielen Diät-Programme, die schnelle Erfolge verheißen und sich im Praxistest dann als untauglich und gesundheitsschädlich erweisen, bietet „Weight Watchers“ Erfolg ohne mühsames Kalorien-Zählen oder tägliches Hungern.

Das Punktesystem

Was ist das Punkte-System und wie funktioniert es? Das Punkte-System von „Weight Watchers“ weist jedem Nahrungsmittel einen bestimmten Punkte-Wert zu, bedingt durch die vorhandene Menge an Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten und Ballaststoffen welche die entsprechende Speise enthält. Man ist dadurch in der Lage alle Lebensmittel sofort bewerten und richtig einschätzen zu können.

Das möchten wir einmal genauer erläutern: Die Nahrungsgruppe „Obst und Gemüse“ etwa erhält den Wert 0, d.h. davon kann man beliebig viel zu sich nehmen (mit Ausnahme von Bananen, Feigen, Mangos, Rosinen etc.). Vollkornbrot hat den Wert 2, ein Croissant den Wert 6,5, 150g Tiramisu bekommt 8 Punkte zugewiesen, ein paniertes Schweineschnitzel 7,5 und ein Döner 13 Punkte. Schon hier wird klar, was einige Speisen beinhalten.

Die komplette „Weight-Watchers“-Punkteliste listen wir noch auf. Dank des Punkte-Systems weiß man am Ende des Tages, wie viele Produkte verzehrt wurden. Man muss dann nur die Punkte der einzelnen Lebensmittel bzw. Gerichte zusammenzählen, die konsumiert wurden.

Es wird jedem Teilnehmer dabei freigestellt, ob er oder sie dabei 2-3 Mahlzeiten pro Tag oder mehreren kleine Einzelportionen zu sich nimmt und so das Punkte-Konto füllt.

Das individuelle Punkte-Budget berechnet man in Abhängigkeit von Geschlecht, Alter und Gewicht, Körpergröße und täglichem Aktivitätsgrad.

Geschlecht: Weiblich = 7 Punkte / Männlich = 15 Punkte.

Alter: 18-20 Jahre = 5 Punkte / 21-35 Jahre = 4 Punkte / 36-50 Jahre = 3 Punkte / 51-65 Jahre = 2 Punkte / über 65 Jahre = 1 Punkt.

Gewicht: Nehmen Sie von Ihrem Gewicht nur den Zehner, z.B. bei einem Gewicht von 87kg liegt Ihr Wert bei 8, bei einem Gewicht von 115kg bei 11.

Größe: unter 1,60m = 1 Punkt / ab 1,60m = 2 Punkte.

Täglicher Aktivitätsgrad: Ausschließlich sitzende (Büro-)Tätigkeit (z.B. Sekretär/in, Schneider/in etc.), 0 Punkte,
- gelegentlich sitzen (z.B. Verkäufer/in oder Lehrer/in), 2 Punkte,
- hauptsächlich in Bewegung und nur zeitweise stehen (z.B. Kellner/in Friseur/in), 4 Punkte
- körperlich anstrengende Arbeiten (z.B. Krankenpfleger/in, Schichtarbeiter/in etc.), 6 Punkte.

Möchten Sie in erster Linie Ihr Gewicht verlieren, addieren Sie 0 Punkte dazu, falls Sie jedoch Ihr Gewicht erhalten möchten, 4 Punkte auf das Punkte-Konto hinzufügen.

Beispiel: Weightwatchers-Punkte richtig berechnen

Hier mal ein konkretes Beispiel: Sie sind weiblich (=7 Punkte), 33 Jahre alt (=4 Punkte), wiegen 81 kg (=8 Punkte), sind 1,72m groß (=2 Punkte) und von Beruf Sekretärin (=0 Punkte), d.h. das tägliche Punkte-Budget liegt bei 21 Punkten. Diese Menge an erlaubten Punkten kann nun auf beliebig viele Mahlzeiten pro Tag verteilt werden. Wichtig ist dabei immer, die Obergrenze der Punkte nicht zu überschreiten.

Kritische Betarchtung

Der menschliche Körper reagiert nicht nach dem Punktesystem. Entscheidend ist auch, wie satt Lebensmittel machen. Und was in ihnen steckt

Eine Untersuchung, durchgeführt vom britischen Medical Research Council spricht für Weight Watchers: Die Teilnehmer der Untersuchungsgruppe hatten nach einem Jahr im Schnitt rund fünf Kilogramm abgenommen, die Kontrollgruppe weniger als halb so viel.

Das Konzept von Weight Watchers ist seit Jahrzehnten wirtschaftlich erfolgreich, weil es teuer ist. Monatlich 39,95 Euro kostet der Mitgliedsbeitrag in Deutschland, 42 Dollar in den USA, 19,95 Euro in Frankreich. 14,95 Euro verlangt das Unternehmen für die abgespeckte Online-Variante ohne Treffen. Insgesamt 1,5 Millionen Teilnehmer weltweit bescheren dem Unternehmen einen jährlichen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Dollar.

Weight Watchers kann keine Wunder vollbringen, und man sollte die Grenzen und Probleme des Produkts verstehen.

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